Mai 2026 – Ausgabe 47

Der Einsatz des Mako SmartRoboticsTM Systems in der Hüftendoprothetik

Dr. med. Jochen Jung
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Erkrankungen des Hüftgelenks, wie Arthrose, können zu starken Schmerzen und erheblichen Einschränkungen im Alltag führen. Wenn konservative Therapien nicht mehr ausreichen, kann der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks (Hüftendoprothese) eine sehr gute Lösung sein. Moderne Technik ermöglicht heute eine noch präzisere und individuellere Durchführung dieser Operation. Ein Beispiel hierfür ist das Mako SmartRoboticsTM System, ein robotisch assistiertes Operationsverfahren.

Das Mako SmartRoboticsTM System unterstützt den Operateur bei der Implantation eines künstlichen Hüftgelenks. Wichtig dabei: Der Roboter operiert nicht selbstständig, sondern dient als präzises Assistenzsystem. Die Operation wird weiterhin vollständig vom erfahrenen Orthopäden durchgeführt.

Vor dem Eingriff wird eine dreidimensionale Computertomografie des Beckens angefertigt. Auf dieser Basis erstellt der Arzt einen individuellen Operationsplan, der exakt auf die persönliche Anatomie des Patienten abgestimmt ist (Abb.1). Dabei werden u. a. die optimale Position des Implantats, die Beinlänge und die Gelenkgeometrie berücksichtigt (Abb.2). Außerdem kann die Beckenbeweglichkeit vorab ermittelt werden. Diese sogenannte spinopelvine Beweglichkeit, die nur mit dem Mako SmartRoboticsTM System gemessen werden kann, ist wichtig für die optimale Implantatposition (Abb. 3).

Vorteile für die Patienten

Der Einsatz des Mako SmartRoboticsTM Systems bietet mehrere potenzielle Vorteile:

  • Hohe Präzision: Das Implantat kann sehr genau positioniert werden, was für die Funktion und Haltbarkeit des künstlichen Gelenks entscheidend ist.
  • Individuelle Anpassung: Jedes Hüftgelenk ist anders – das System berücksichtigt persönliche anatomische Besonderheiten.
  • Mehr Sicherheit: Während der Operation gibt das System dem Operateur laufend Rückmeldung und hilft, Abweichungen vom Plan zu vermeiden.
  • Bessere Gelenkfunktion: Eine exakte Ausrichtung kann zu einem natürlicheren Bewegungsgefühl beitragen.
  • Reduziertes Risiko von Beinlängendifferenzen: Ein häufiges Anliegen vieler Patienten kann gezielt berücksichtigt werden.

Viele Patienten berichten nach der Operation über eine gute Beweglichkeit, eine rasche Schmerzreduktion und eine schnelle Rückkehr in den Alltag.

Ablauf der Operation

Nach der präoperativen Planung wird die Operation wie gewohnt im Operationssaal durchgeführt. Während des Eingriffs hilft der Roboterarm dabei, den vorbereiteten Knochen exakt so zu bearbeiten, wie es zuvor geplant wurde (Abb. 4). Der Chirurg behält jederzeit die volle Kontrolle. Das System unterstützt ihn, ersetzt ihn aber nicht.

Für wen ist Mako geeignet?

Grundsätzlich hilft die Roboterassistenz bei jeder Operation, insbesondere die Reproduzierbarkeit und Präzision bei der Implantation sind der händischen Operation überlegen. Je komplexer ein Fall ist, desto hilfreicher ist das System. Besonders sinnvoll kann der Einsatz jedoch sein bei:

  • komplexen anatomischen Verhältnissen,
  • deutlichen Beinlängenunterschieden (Abb. 5),
  • hohen funktionellen Ansprüchen sowie
  • jüngeren, aktiven Patienten.

Ob das Mako SmartRoboticsTM System im individuellen Fall geeignet ist, wird im ausführlichen ärztlichen Gespräch geklärt.

Erfahrung des Operateurs

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg einer Hüftendoprothese ist die Erfahrung des behandelnden Arztes – unabhängig von der verwendeten Technik. Der Autor dieses Artikels ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und seit vielen Jahren europaweit als Instruktor für das Mako SmartRoboticsTM System tätig. In dieser Funktion schult er andere Ärzte im sicheren und effektiven Einsatz der robotisch assistierten Hüft- und Knieendoprothetik. Die eigene Erfahrung reicht bereits in das Jahr 2018 zurück.

Fazit

Die Hüftendoprothetik mit Mako Smart-RoboticsTM System Unterstützung stellt eine moderne und präzise Weiterentwicklung der klassischen Hüftoperation dar. Sie ermöglicht eine individuell geplante, kontrollierte Implantation des künstlichen Gelenks und kann insbesondere in Kombination mit dem minimalinvasiven vorderen Zugang zum Hüftgelenk zu hoher Zufriedenheit und sehr guten funktionellen Ergebnissen beitragen. Entscheidend bleiben jedoch immer die Erfahrung des Operateurs und eine sorgfältige Indikationsstellung.

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