Mai 2026 – Ausgabe 47
500 Mako Eingriffe: Roboterassistenz etabliert sich an der ATOS Klinik München
Mit der Einführung des Mako SmartRoboticsTM Systems im Sommer 2022 hat die ATOS Klinik München einen technologischen Meilenstein gesetzt. Inzwischen wurden bereits über 500 roboterarm-assistierte Knieendoprothesen implantiert – ein eindrucksvoller Beleg für die rasante Etablierung dieser Hightech-Methode im klinischen Alltag.
Verantwortlich für den Aufbau und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Programms sind Prof. Dr. med. Hans Gollwitzer und Prof. Dr. med. Patrick Weber, die das System seit Beginn gemeinsam nutzen.
Das Mako SmartRoboticsTM System ermöglicht eine hochpräzise und reproduzierbare Implantation von Teil- und Totalendoprothesen des Kniegelenks. Grundlage ist eine präoperative CT-basierte 3D-Planung, die eine patientenspezifische Ausrichtung der Prothese erlaubt. Während der Operation führt der Operateur weiterhin alle Schritte selbst durch.
Nach dem Zugang werden am Unter- und Oberschenkel zwei Sensoren angebracht, sodass der Roboter über eine Infrarotkamera und durch weiteres Abtasten der Oberfläche vom Femur und von der Tibia genau die Position des Beins im Raum während der Operation erkennt. Als nächster Schritt wird die Bandspannung nach Entfernung der Osteophyten aufgenommen. Dadurch wird bei der Implantation nicht nur die optimale Position der Prothese im Vergleich zum Knochen erreicht, sondern die natürliche Bandspannung wird auch berücksichtigt, und damit wird die Prothese optimal in die Weichteile eingepasst.
Bei den dann folgenden Knochenschnitten begrenzt der Roboterarm die Sägeschnitte auf den zuvor definierten Bereich. Diese „haptische Begrenzung“ verhindert Abweichungen und schützt umliegende wichtige Weichteilstrukturen. Studien zeigen zudem, dass dadurch die Genauigkeit der Implantatposition signifikant steigt und Fehlpositionierungen reduziert werden können.
Die beiden Operateure betonen, dass die Einführung des Systems eine intensive Schulung und regelmäßige Anwendung erfordere. Nur so könne das gesamte OP-Team rasch eine stabile Routine entwickeln. Prof. Gollwitzer: „Zu Beginn war die Operationszeit etwas länger, nach rund 20 Operationen gleichen sich die Zeiten beim unikompartimentellen Ersatz an die konventionelle OP-Dauer an.“
Bei Totalendoprothesen bleibt der Eingriff geringfügig länger, ohne dass dies die Sicherheit oder das Ergebnis negativ beeinflusst. Im Gegenteil: Bereits die ersten Eingriffe zeigten eine hohe Präzision und Sicherheit mit ausgezeichneten Ergebnissen.
Besonders profitieren laut Prof. Weber Patienten mit komplexen Achsabweichungen oder posttraumatischen Fehlstellungen. „Lediglich Fälle, in denen gekoppelte Implantate notwendig sind, können aktuell noch nicht robotisch versorgt werden. Die Weiterentwicklung der Technologie schreitet jedoch schnell voran – auch Revisionseingriffe werden künftig robotergestützt möglich werden.“
Aber auch die „kleineren Eingriffe“ mit Teilendoprothesen sind durch die Robotik sicher möglich. Gerade auch der nicht so häufig durchgeführte Teilersatz auf der Außenseite des Knies ist mit dem Mako SmartRoboticsTM System mit einer hohen Reproduzierbarkeit durchführbar. Bei den Teilprothesen profitieren die Patienten mit am meisten von der neuen Technologie. Die Daten großer Prothesenregister zeigen, dass durch die robotische Assistenz die Revisionsrate gesenkt werden konnte. Das Ziel bleibt für die beiden Endoprothetiker klar: höchste Präzision, mehr Sicherheit und langfristig höchste Patientenzufriedenheit. Für die ATOS Klinik München ist die robotisch gestützte Operationstechnik mit dem Mako SmartRoboticsTM System damit nicht nur ein technologischer Fortschritt, sondern ein zentraler Baustein für eine moderne, qualitätsorientierte Endoprothetik.


